Philosophie

Mein Name ist „Ich lebe“

Mein Name ist „Ich lebe“.
Mein Heim ist alle Himmelsrichtungen
und ist immerwährend
Durch den Wind gelehrt und zu Dir geführt,
habe ich die Federn gefühlt in bleichen Wolken
und beugte mich vor der Sonne,
die auf mich sieht von einer Decke
aus gebleichtem Blau.
In einem sanften Wirbelwind wurde ich geschüttelt,
geschaffen, auf Erden zu sehen auf vielerlei Weise.

Und als mein Mund sich in Ehrfurcht öffnete.
schmeckte ich einen feinkörnigen roten Ton.
Sein Geschmack blieb noch nach unzähligen Tagen.
So trank ich von einem kristallenen Fluß,
den nur ich gesehen habe.
Ich hörte all seiner fließenden Weisheit zu
und lernte von ihm ein Lied –

Dieses Lied haben der Wind und ich
seitdem gesungen.
Ohne mein Wissen wurde ich von seinem
Wasser umgeben und gereinigt,
Nackt und feucht wurde ich umhüllt und getrocknet
durch die Wärme Deiner Gegenwart
Gekleidet für immer in den Duft von trockenem
Zedernholz bin ich geläutert und frei –

Und ich werde nicht zulassen, dass Du mich ignorierst.
Ich habe Dir ein Geschenk gebracht.
Es ist alles, was ich habe, doch es ist Dein.
Strecke Deine Hand aus und umfange es.
Es ist nur die Stärke in der Liebkosung
einer sanften Brise,
doch es wird Dich tragen zum Adler im Himmel.
Mein Name ist „Ich lebe“, ich bin hier.
Mein Name ist „Ich lebe“, ich bin hier

Anna Lee-Walters, Pawnee Otoe,
“Indianische Frauen in Nordamerika“