Kreisläufe

Kreisläufe sind Wandlungsprozesse

Verlassen wir diese Welt, den Raum des Sichtbaren, werden wir unsichtbar – verlassen wir den Raum des Unsichtbaren, werden wir sichtbar – Zu Sterben ist, geboren zu werden in die Anderswelt, Geboren zu werden in diese Welt ist das Verlassen der Anderswelt. Alte werden zu Kindern, Kinder werden zu Alten.

Der Tod lehrt die Lebenden heißt es, die Nacht gebiert den Tag…, der Tag neigt sich…
Vollmond wird zu Neumond zu Vollmond.

Kreisläufe sowie Spiralen sind ein Prozess von Spiegelung, von Echo und Resonanz, von Sichtbar und Unsichtbar, von Wort- und Antwort, von feed back und von Stirb und Werde – GENEG

So wie wir aus Sprache und (ihren) Zeichen schöpfen, schöpfen wir auch aus des TodesStille, da, wo uns die Worte fehlen, dem Unaussprechbaren und Unausgesprochenem, dem, was uns am und auf dem Herzen liegt.
 

Das Geschenk des Abschieds

…der Tod lehrt die Lebenden… Die Toten lehren die Lebenden… – Schöpfen wir aus der Rückerinnerung an dieses besondere Vermächtnis, das sie uns hinterlassen haben.
Schöpfen wir über Meditation, Stille, dem Alleinssein – „der Verstand und das Denken sollen zur Ruhe kommen, um den göttlichen Geist (die Eingebung) zu empfangen“, wie dies in den „geistlichen Übungen“ [1]in Klöstern praktiziert wird,
die Botschaft für unser Leben, vielleicht mit der Fragestellung für uns verbunden: (Wie) habe ich mein Leben gelebt, Was sind unerfüllte Bedürfnisse, Sehnsüchte, Träume, Wünsche geblieben?

lat. testamentum, von testari „bezeugen“

[1] „Die in den mittelalterlichen Klöstern praktizierten „geistlichen Übungen“ werden in „oratio“ (liturgisches Gebet), „lectio“ (Lesung aus den Schriften), „meditatio“ (gegenständliche Betrachtung, Meditation) und „contemplatio“ (gegenstandfreie Anschauung, Kontemplation) unterteilt. Der Verstand und das Denken sollen so zur Ruhe kommen, um den „einen Urgrund“, also den göttlichen Geist, freizulegen. In diesem Sinn besteht für den Mystiker kein Unterschied zwischen menschlichem und göttlichem Geist. Auch der Körper des Menschen ist in diesem Verständnis ein Ausdruck des Göttlichen und diesem nicht entgegengesetzt. In der Mystik der frühen Neuzeit wird der eigene Körper des Mystikers oft in besonderer, teils extremer Weise thematisiert. WIK

SUIZID – Todessehnsucht – Ich bereite meinem Leben ein Ende, oft noch sozial angepaßt, auf Raten.
Die Vorstellung davon kann mit dem Wunsch verbunden sein, loslassen zu wollen, den Zeitpunkt, sich aus auswegsloser Lage zu „befreien“ selbst bestimmen zu können,… Kraft zu finden, noch einmal Geburtstag zu feiern…

Vielleicht will jemand auch nur einfach gehen – nicht auf „der Welt sein“, einem verstorbenen Angehörigen folgen wie Aufstellungen dies immer wieder zeigen – vgl. auch Suchterkrankungen.

Wie schwer es ist, einen Angehörigen „gehen“ zu lassen, habe ich selbst erfahren – zusehen zu müssen, nichts tun zu können, mit meinem „Latein“ am Ende zu sein; ich kam an meine Grenze – Ohnmacht.
Wir müssen uns auch die Frage stellen, trauern, kämpfen, leiden, hoffen wir für das Leben eines uns lieben, von uns geliebten Wesens, der-die-das gehen möchte, sich verabschieden, oder scheuen wir uns davor, den Schmerz zu tragen, das Alleinesein, die Einsamkeit und ersuchen so, diesen Zeitpunkt – das Leben des anderen – hinauszuzögern.

Je aufreibender eine Beziehung war, um so schwerer fällt uns der Abschied, weil wir keine Chance mehr haben, etwas wieder gut zu machen, es ist absolut, endgültig.

Meine Einstellung zu Suizid hat sich geändert, als ich während eines Krankenhauspraktikums Zeugin davon wurde, wie eine Suizidpatientin „gerettet“ worden ist, vermutlich gegen ihren Willen – sie war, obwohl sie mental völlig klar und geistig anwesend war, durch ihren Versuch körperlich jedoch so geschädigt, dass sie im weiteren Verlauf Ihres Lebens nicht noch einmal in der Lage dazu gewesen wäre, ohne fremde Hilfe diesen Schritt wieder zu tun – ihren ersten Versuch zu vollenden.

„Stirb und Werde“ heißt es – das heißt auch, dass wir manchmal ganz nach unten gehen müssen, in den Keller steigen, und – so hart es klingt – um dann an einen Punkt zu kommen, wo wir den Impuls in die eine oder in die andere Richtung spüren, in uns selbst. Das „Leben zu wollen“, muss in uns selbst erwachsen, der Funke muss in uns selbst überspringen, der Impuls muß aus uns selbst kommen – oder eben nicht. Werden wir überredet, zu bleiben, sind wir nicht aus diesem Thema erwachsen.
Das müssen Angehörige aushalten.

Mein besonderes Anliegen ist
Ihnen Ihre Angst zu nehmen. Angst ist ein schlechter Ratgeber, die vor dem Verlassen werden, vor dem Sterben, davor, unheilbar krank zu sein; sie drängt uns zu Entscheidungen ohne dass wir uns die Zeit nehmen, in uns hinein zu horchen, Selbstvertrauen, Ruhe und Gelassenheit zu entwickeln, die lebensnotwendig sein können, in dem wir in den Keller gehen… Angst ist zerstörerisch, sie sagt aus, dass wir nicht wirklich (an uns) glauben, uns nicht wirklich vertrauen, sondern uns durchschütteln und durchrütteln lassen von…Hiobsbotschaften…ohne aus unserem Inneren Vertrauen und Gelassenheit erwachsen zu lassen, die heilsame und stärkende Wegbegleiter sind – das wir unser Leben nicht aus eigener Kraft gestalten können, abhängig sind.

In Beziehungsgeflechten zeigt sich immer wieder, dass ½ und ½ eins ist – es sollte jedoch zwei sein, aus eins plus eins.

Wiederholt gab es Situationen in meinem Leben, in denen ich, nach dem ich mich lange entschieden dagegen gewehrt habe, ja gesagt habe zum Sterben – ich lebe noch immer – und dennoch war es notwendig, um loszulassen, ganz besonders die Angst vor dem Sterben, um eine Veränderung herbeizuführen, in scheinbarer Ausweglosigkeit den Schalter umzulegen. Das Leben, die Liebe… festhalten zu wollen, bindet Energie und steht Entscheidungsfindung und Selbstheilungsprozessen im Weg.

Zu Kreisläufe biete ich an:
Aufstellungsarbeit, biografische Bewusstseinsarbeit, Gespräche, Heilreisen… – eine in die Tiefe gehende Auseinandersetzung mit dem Inhalt dieser Thematik. Auch Trauerarbeit – Trauerbewältigung und Sterbebegleitung.

Die Toten lehren die Lebenden…
Rückerinnerung an dieses besondere Vermächtnis, dass sie uns hinterlassen haben, die Botschaft aus ihrem Leben verbunden mit der Fragestellung: Wie habe ich mein Leben gelebt. Was sind unerfüllte Bedürfnisse und Sehnsüchte geblieben?



Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !